„Die Bundesregierung hat in dieser Legislaturperiode bereits wichtige Schritte auf den Weg gebracht, um Bauen zu beschleunigen und zu vereinfachen“, sagt BVR-Präsidentin Marija Kolak. „Dazu zählen der Bau-Turbo, der Regierungsentwurf für ein Baugesetzbuch-Upgrade und die Bestrebungen für ein Gebäudetyp-E-Gesetz. Auch der 13-Punkte-Plan von Bundesbauministerin Verena Hubertz zur Senkung der Baukosten geht in die richtige Richtung. Entscheidend ist nun, dass diese Maßnahmen zügig umgesetzt werden und Investitionen in neuen Wohnraum erleichtern. Zugleich müssen die Kaufnebenkosten sinken, damit wieder mehr Familien mit mittlerem und niedrigem Einkommen Wohneigentum erwerben können. Erleichterungen bei der Grunderwerbsteuer sind dafür dringend nötig – etwa durch einen Freibetrag, einen niedrigeren Steuersatz bei Selbstnutzung oder eine gezielte Freistellung für junge Familien“, so Kolak weiter.
Auch die Finanzierungsseite müsse stärker in den Blick genommen werden, betont Kolak: „Eine angemessene Regulierung ist wichtig. Sie darf die Finanzierung von Wohneigentum und Wohnungsbau aber nicht unnötig erschweren. Eine Überhitzung am Wohnimmobilienmarkt ist derzeit nicht erkennbar. Die Banken sind gut kapitalisiert, die Kreditstandards hoch und Risiken werden bereits wirksam gesteuert. Deshalb sollten zusätzliche makroprudenzielle Belastungen vermieden und bestehende Spielräume zur Entlastung genutzt werden. Mehr Finanzierungsspielraum bei den Banken erhöht die Möglichkeit, Kredite dort bereitzustellen, wo sie dringend gebraucht werden – ohne die Stabilität des Bankensektors zu gefährden.“
Der BVR-Studie zufolge haben sich die Immobilienpreise in vielen Regionen Deutschlands stärker erhöht als die verfügbaren Einkommen. Bundesweit sind die Preise für selbstgenutztes Wohneigentum seit 2018 um rund sieben Prozent stärker gestiegen als die Einkommen. Besonders ungünstig fällt die Entwicklung unter anderem im Süden Deutschlands, im Berliner Umland sowie in Teilen Nord- und Westdeutschlands aus.