"Die demografische Entwicklung stellt viele Regionen in Deutschland vor harte Proben – und die Volksbanken und Raiffeisenbanken sind überall vor Ort“, sagt BVR-Präsidentin Marija Kolak. "Einige Orte wachsen, andere kämpfen mit Rückgang und Alterung. Wo Menschen fehlen, fehlen Fachkräfte. Wo Fachkräfte fehlen, geraten Arbeitsplätze, Unternehmensnachfolge und Gewerbeansiedlungen unter Druck. Umgekehrt entstehen dort, wo Zuzug stattfindet, neue Chancen – für Wohnraum, Infrastruktur, Versorgung und wirtschaftliches Wachstum. Mit unseren Prognosen schaffen wir Handlungs- und Entscheidungsgrundlagen, damit unsere Regionen auch künftig lebendig, wirtschaftlich stark und attraktiv bleiben."
Starke regionale Unterschiede
Besonders dynamisch entwickeln sich die Städte Landshut, Leipzig und Potsdam, während viele Landkreise in Ost- und Mitteldeutschland Einwohner verlieren. Die Trends der vergangenen Jahre setzen sich fort: Wirtschaftsregionen, deren Bevölkerung besonders stark gewachsen ist, werden sich auch in den nächsten zehn Jahren besonders dynamisch entwickeln.
Süddeutschland weist im Vergleich den niedrigsten Altenquotienten auf, Ostdeutschland hingegen den höchsten. Die Erwerbspersonenquote wird 2035 bundesweit bei 63,7 Prozent liegen – strukturschwache Regionen und Ostdeutschland bleiben deutlich darunter.
Die kommenden Jahre werden maßgeblich durch Nettomigration geprägt sein: Nach den Spitzenwerten der Jahre 2015 und 2022 stabilisiert sich die jährliche Zuwanderung nach der Prognose des IW Köln bei rund 300.000 Menschen. Die Unsicherheit über die zukünftige Migration ist allerdings hoch. Eine besonders starke Einwanderung hatte es in den vergangenen Jahren im Zuge der Flüchtlingskrise und aufgrund des Ukraine-Krieges gegeben. Die vom IW Köln angesetzte Größenordnung an Zuwanderung ist eine zentrale Voraussetzung für die Stabilisierung der Bevölkerungszahl. Ohne Migration würde Deutschland bis 2035 deutlich schrumpfen.
Zur Methodik – Datenset steht zur Verfügung
Die Analyse basiert auf einem stochastischen Modell, das basierend auf historischen Daten tausende Simulationsläufe durchführt. Es berechnet Eintrittswahrscheinlichkeiten für verschiedene Bevölkerungsentwicklungen und ersetzt damit statische „Wenn-dann“-Annahmen, die von anderen Institutionen analysiert werden. Die Berechnungen berücksichtigen Daten bis 2023 und bieten damit eine der aktuellsten demografischen Prognosen für Deutschland. Die oben genannten Ergebnisse beziehen sich auf die Bevölkerungsprognose mit der höchsten Eintrittswahrscheinlichkeit.