"Jüdisches Denken und jüdisches Leben macht Europa reicher", so Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck in seiner Laudatio. „Ich glaube, wir haben die Pflicht, eine Atmosphäre der Toleranz und des gegenseitigen Respekts zwischen dem modernen säkularen Staat und den derzeitigen religiösen Bewegungen zu schaffen, um sicherzugehen, dass das Experiment namens Europäische Union nicht scheitert", sagt Oberrabbiner Goldschmidt. Der Karlspreis sei ihm Auftrag, sich weiter für Toleranz, Freiheit und Demokratie einzusetzen.
Beim begleitenden Karlspreis Europa Forum stand das Thema „Globale Dynamiken – Europäische Strategien. Die Erwartungen an eine verbesserte Wettbewerbsfähigkeit erfüllen.“ im Mittelpunkt. BVR-Vorstandsmitglied Daniel Quinten diskutierte am Vortag der Karlspreisverleihung mit Véronique Willems (SMEunited), Margaritis Schinas (Vizepräsident der EU-Kommission) und Prof. Dr. Ursula Gather (Vorsitzende des Kuratoriums der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung).
In einer Zeit, in der sich die Konturen globaler und regionaler Politik neu formen, komme es darauf an, dass auch die Finanzwelt ihren Beitrag zur Gestaltung einer positiven Zukunft leiste, machte Quinten klar. Die genossenschaftliche Idee der Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung könne dazu beitragen, in der dynamischen und vernetzten Welt von heute eine solide Grundlage für nachhaltiges Wirtschaften, solidarisches Handeln und Wettbewerbsfähigkeit zu schaffen. Gute Ideen dürften aber nicht durch Bürokratie zunichte gemacht werden, mahnte Quinten. Die bevorstehende Europawahl markiere eine entscheidende Weichenstellung für die Zukunft der Europäischen Union und für die Finanzbranche.
Der Internationale Karlspreis zu Aachen gilt als eine der höchsten europäischen Auszeichnungen. Die deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken sind dem Karlspreis seit vielen Jahren als Förderer verbunden.