BVR-Präsidentin Marija Kolak stellte in ihrer Eröffnungsrede die Bedeutung von Sicherheit und Resilienz in den Mittelpunkt. Ob Energieversorgung, Cybersicherheit, Zahlungsverkehr oder wirtschaftliche Stabilität: Vielerorts gehe es derzeit um die Frage, wie Gesellschaft und Wirtschaft widerstandsfähiger werden können. Dabei werde ein entscheidender Faktor häufig unterschätzt: die Genossenschaften. „Genossenschaften geben wirtschaftlichem Handeln eine demokratische Verankerung“, sagte Kolak. „Millionen Mitglieder tragen gemeinsam Verantwortung“, so die BVR-Präsidentin weiter.
Verlässlicher Partner für Mittelstand und Regionen
Ehrengast des Abends war Michael Schrodi, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen. Er würdigte die Rolle der Genossenschaftsbanken als verlässliche Partner von Mittelstand und Privatkunden: „Genossenschaftsbanken sind gerade in Zeiten der Unsicherheit ein sicheres und bewährtes Modell: Sie gehen gezielt auf die Bedürfnisse von Menschen und Unternehmen ein und tragen als zuverlässiger Partner des Mittelstands dazu bei, Wohlstand und Arbeitsplätze in Deutschland zu sichern.“
Über 7.000 Genossenschaften in Deutschland und mehr als 170.000 in Europa stehen für dezentrale Strukturen, regionale Verbundenheit und gemeinschaftliches Handeln. Gerade darin liege ihre besondere Stärke. Die 646 Genossenschaftsbanken in Deutschland finanzieren rund zwei Millionen kleine und mittlere Unternehmen und sind eng mit den Regionen verbunden, in denen sie tätig sind.
Neben grundsätzlichen Fragen von Resilienz und gesellschaftlichem Zusammenhalt sprach Kolak auch aktuelle wirtschafts- und finanzpolitische Herausforderungen an. Sie warb für bessere Rahmenbedingungen für Unternehmen und Kreditinstitute, für eine Vertiefung der europäischen Spar- und Investitionsunion sowie für proportionale Regulierung im Bankensektor. Mit Blick auf den digitalen Euro betonte sie, öffentliche und private Lösungen müssten sich sinnvoll ergänzen, um Europas Souveränität im Zahlungsverkehr zu stärken. Zugleich unterstrich Kolak die Bereitschaft der Genossenschaftlichen FinanzGruppe, selbst Verantwortung für Veränderung und Zukunftsfähigkeit zu übernehmen. „Wer Veränderung fordert, muss selbst bereit sein zu Veränderungen“, sagte sie.
Bis in die Abendstunden nutzten die Gäste die Gelegenheit zum Austausch über wirtschaftliche Perspektiven, gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Herausforderungen der kommenden Jahre. Dabei wurde deutlich: Genossenschaften verstehen sich nicht nur als wirtschaftliche Akteure, sondern auch als stabilisierende Kraft für Demokratie, Resilienz und nachhaltigen Wohlstand.