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BVR: Chance für einheitliches und transparentes Studienfinanzierungskonzept nutzen

08.03.2005 - Ein einheitliches und transparentes System zur Studienfinanzierung fordert der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) auf seiner heutigen Jahrespressekonferenz in Berlin. Ziel müsse es sein, allen Studierenden die Möglichkeit eines kreditfinanzierten Studiums zu eröffnen. Zukünftig sollte bei der Beurteilung der Förderwürdigkeit nur der Student und nicht die finanzielle Situation der Eltern ausschlaggebend sein.

„Ein Nebeneinander von zinslosem BAföG, bei dem auf die Einkommensverhältnisse der Eltern abgestellt wird und zu verzinsenden Studentenkrediten, bei denen wiederum auf den Studenten abgestellt wird, ist nicht sinnvoll“, betonte BVR-Präsident Dr. Christopher Pleister.

Der Staat komme bei diesem Modell seiner Verpflichtung, für Chancengleichheit zu sorgen, in zweierlei Weise nach: Er ermögliche eine Studienfinanzierung für alle, ohne Ansehen des Elternhauses, durch eine Ausfallgarantie und räumt einen Rückzahlungsverzicht bei ausbleibendem beruflichen Erfolg des Studenten ein. „Denkbar wäre ein Verzicht auf Rückzahlung, so lange das Einkommen des Hochschulabsolventen unter dem Durchschnittseinkommen liegt“, so Pleister.

Hier sei die Schaffung eines übersichtlichen, leicht verständlichen und unbürokratischen Systems erforderlich. Eine Vielzahl von Fördermodellen sollte vermieden werden. „Wir stärken mit einem kreditfinanzierten Studium die Eigenverantwortlichkeit des Studenten und leisten mit der Abschaffung der BAföG-Verwaltung einen konkreten Beitrag zum Bürokratieabbau“, so Pleister.

Der Staat solle hierzu die Institutionen nutzen, die in einer Marktwirtschaft für die Vergabe von Krediten zuständig sind, nämlich die Kreditinstitute. „Die Volksbanken und Raiffeisenbanken mit einem ohnehin hohen Marktanteil bei Förderkrediten stehen als Partner zur Verfügung“, so Pleister. Angesichts der hohen Ausfallrisiken müssten dabei Bankkredite mit staatlichen Ausfallgarantien unterlegt werden. „In jedem Land der Erde ist die Förderung der Bildung eine staatliche Aufgabe. Deshalb obliegt es dem Staat, die mit der Studienfinanzierung verbundenen Risiken abzufedern“, stellte Pleister fest. Zusätzlich könne bei einem durch die deutsche Kreditwirtschaft getragenen Fördersystem auf den Aufbau neuer Verteilungsmechanismen verzichtet werden, da die Banken auf ihre bestehenden Kundenkontakte und ihre Infrastruktur zurückgreifen können.

Dabei bedürfe es der kompletten Neuausrichtung des gesamten Fördersystems verbunden mit einer Zusammenführung der im Rahmen des Bundesausbildungsförderungsgesetzes (BAföG) bestehenden Instrumente mit den neu zu schaffenden Kreditfinanzierungsmodellen. Pleister: „Ein Nebeneinander von BAföG und Studienkrediten sollte vermieden werden.“ Der Bund solle die Chance für eine Initiative ergreifen und mit den Bundesländern ein einheitliches Förderkonzept erarbeiten. „Wir sollten hier die Gunst der Stunde Null für einen Neuanfang nutzen. Vielleicht kann damit sogar ein Impuls für die gescheiterte Förderalismusdebatte gegeben werden“, so Pleister.


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